Das V. Kiewer Buch-Arsenal-Festival vom 22.-26. April 2015

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Das V. Kiewer Buch-Arsenal-Festival vom 22.-26. April 2015

Von Waffen-Arsenalen zu Arthouses und Schmieden des Geistes

Das Arsenal von Kiew in eine Bühne der Künste umzuwidmen war eine der letzten und nach­haltigen Taten des vorletzten Präsidenten der Ukraine. Wiktor Juschtschenkos letzter Ukaz sollte ihn zum Direktor des zentral gelegenen wunderschönen Gebäude- und Park-Ensembles machen. Sein Nachfolger kassierte umgehend diese Personalie mit seinem ersten Ukaz. Natalija Sabolotna leitet seither das Mystec’kyj Arsenal.

Zum fünften Mal fanden sich um den Welttag des Buches in der Zeit vom 22. bis zum 26. April im Arsenal die interessantesten Verlage der Ukraine mit ihren Autoren, Buchgestaltern und Lesern zum Festival Kiewer Buch-Arsenal ein. Neu war diesmal ein Saal für Klein­verlage abseits des Mainstreams, eine Initiative von „Čytomo“, „Lesbar/Lesenswert“, einer 2009 von Ira Bature­wytsch und Oksana Hmelyovska gegründeten Plattform. Wesentlicher Bestandteil des Festivals waren wie in den Jahren zuvor verschiedene kreative Programme, bei denen vor allem Kinder zum Mitmachen animiert wurden sowie ein Vortrags-, Dis­kussions- und Film-Programm für Erwachsene, einschließlich der beliebten Nacht des Buch-Arsenals. Erstmals wurden auch Veranstaltungen außerhalb des weitläufigen, an byzantini­sche Hallenkirchen erinnernden Arsenals veranstaltet: Im „Museum für Buch und Druck“ auf dem Gelände des Höhlenklosters (Lavra).

Angestoßen wurde das Festival, das zugleich die zweitgrößte Buchmesse der Ukraine ist, von den Kultur-Instituten europäischer Länder, also dem Goethe-Institut, dem Institut Français, dem Polski Instytut, dem České Centrum, dem Österreichischen Kulturinstitut und dem British Council, die sich 2009 zum EUNIC – European Union National Institutes for Culture – Ukraine, zusammengeschlossen hatten. Nur die Russische Föderation enthielt sich jeglicher Förderung. Vielleicht deshalb: Der Buchmarkt der Ukraine wird sehr stark von russischen Verlagen gespeist. Hierzu gehört auch die Besonderheit, dass russische Verlage oft gleich­zeitig russische und ukrainische Übersetzungs­rechte erwerben, hiervon dann aber nur das erstere nutzen.

Kurz die Zahlen: Wie bereits in den vergangenen Jahren legten die Veranstalter Wert auf Qualität statt Quantität. So nahmen etwa 100 Verlage und weitere 50 Aussteller an dem Festi­val teil. Russische Bücher fanden sich in den teilnehmenden kleineren Buchhandlungen. Ein eigener Stand prä­sentierte Bücher aus Belarus. Weitere fremdsprachige Bücher gab es auf den Ständen der Kulturinstitute. Es fanden ungefähr 600 Veranstaltungen statt und es gab unge­fähr 50 be­sondere Gäste aus 12 Ländern. Die Besucher­zahlen wuchsen bei strahlendem Som­mer­wetter diesmal bis auf 70.000 an, womit das Festival mit dem im Herbst statt­fin­denden Lemberger Buchforum gleichzog. Man spricht von einem Durchbruch. Kenn­zeich­nend und erfreulich ist die Zusammensetzung der Besucher: Überwiegend ist es die Generation derer, die die real existierende Sowjetunion nicht mehr bewußt erlebt hat. Ihr sind Plurali­sierungstendenzen und kreative Formen der Selbst­ver­wirklichung eigen. Dies konnte man insbesondere in dem Saal mit den Klein­ver­lagen sowie in den Sälen und Gängen der Buch­gestaltung und Kunst wahr­nehmen. Ein besonderer Schwerpunkt des Buch-Arsenals liegt stets auf Kinder- und Jugendbüchern. Diesmal gab es etwa 80 Veranstaltungen, die sich um das Thema „Haus“ rankten. Auch die weiteren Kunstausstellungen und -szenen in den Sälen „Papier“ und Buchillustration sowie der Vorgriff auf das „Arsenal idej“ betraf Kinder. Zur Preis­gestaltung: Magi­sche Preisgrenze ist für viele Bücher weiterhin der Betrag von 100 Hrywnja, also un­gefähr 4 Euro, was selten überschritten wird. Viele literarische Bände kosten nur 40 bis 70 Hrywnja. Die Auflagen­zahlen unter­scheiden sich zum Teil auch maßgeblich von den deut­schen. Bei literarischen Veröffentlichungen sind Auflagen ab 3.000 effizient. Wissen­schaft­liche Publika­tionen werden oft in einer Kleinst­auflage von 100-300 Exemplaren ge­druckt. Aller­dings sind sie an­schließend häufig in PDF-Form über die jeweiligen Institute frei zugänglich.

Rahmenprogramm

Bevor der Versuch gemacht wird, ausschnittweise mit Hinweis einige Autoren und Titel ein subjektives Gesamtbild von den Tendenzen des ukrainischen Verlagsprogramms abzugeben, muß das vielfältige Veranstaltungsprogramm gewürdigt werden. Zentrum der Diskussionen war das Café Europa, wo flankiert von einem tschechischen und einem französischen Café sowie den Vertretungen der erwähnten Kultur-Institute wichtige Podiumsdiskussionen statt­fanden. Wieder gab es in Kiew zum Teil bereits von früheren anderen Veranstaltungen be­kannte, aber auch neue Gäste. Erstmals besuchte mit dem „Außenminister“ der Frankfurter Buchmesse Tobias Voss ein amtierender Vertreter dieser weltweit größten und wichtigsten Veranstaltung eine ukrainische Buchmesse.

Europa für die Ukraine

Europa für die Ukraine

Galia Akkermann aus Paris, Karl Schwarzenberg aus Prag, Karl Schlögel aus Deutschland und Susanne Scholl aus Österreich diskutierten in einem „runden Tisch“ am ersten Tag des Festivals über europäische Perspektiven: „Europa für die Ukraine: Wahl oder Notwendig­keit“. Wie hat Europa die Ukraine in der letzten Zeit wahrgenommen, was hat sich in der Wahrnehmung verändert, und wie kann Europa die Ukraine unterstützen und fördern waren wesentliche Fragen. Karl Schlögel wies darauf hin, dass die Ukraine nun als Resultat des Konfliktes endlich einen festen Platz im Horizont der Deutschen gewonnen habe. Gleichwohl sei das tiefe Schuldbewußtsein der Deutschen gegenüber den Völkern der Sowjetunion ein­seitig auf Russland konzentriert. Die Schuld der Deutschen bestehe aber gegenüber der Ukraine, die Hauptschauplatz des Krieges und des Holocausts gewesen sei. Hierher habe man zudem über zwei Millionen Ostarbeiter gepreßt, die nach dem Krieg in den Gulags landeten. Karl Schwarzen­berg befand in anderen Zusammenhängen, dass man sich mit seinen Präsidenten nicht identifizieren müsse.

Strategien des Brandings

Strategien des Brandings

In einer weiteren wichtigen zweiten Runde am folgenden Tag unterhielten sich der Präsident der ukrainischen Verlegervereinigung Alexander Afonin, der Direktor des polnischen Buch-Instituts – Instytut książki – Grzegorz Gauden, der Kulturreferent der franzö­sischen Botschaft Eric Toccati, als Repräsentant für Fernsehen und Radio Bohdan Cervak, aus dem Außen­ministerium Dmytro Kuleba, der stellvertretender Kultusminister Rostyslav Karandeev, der Berater des Premierministers Danylo Lubkivs’kyj und Tobias Voss über „Strategien des Brandings nationaler Kulturen im Ausland“. Fragen der besseren Wirkung von Büchern standen im Zentrum. Das Buch ist ein nachhaltigeres Medium als Zeitungen oder Fernsehen. In seiner Wirkung kann es durch feste Buchpreis­bin­dung, güns­tigere Besteuerung und durch eine bessere von der Verlags­gemein­schaft lang­fristig ge­steuerte Projektarbeit mit Seminaren und verschiedenen Vertriebs- und Übersetzungs-Programmen – in der Ukraine sind bislang Programme des Wiener Instituts für die Wissen­schaft vom Menschen oder aus Tübingen Trans Star Europa, translit e. V. usw. einschlägig bekannt – gefördert werden. Nachgedacht wurde ebenfalls über die schon länger im ukrainischen Kulturleben dis­kutierte Frage der Notwendigkeit eines – allerdings teuren – ukrainischen Kulturinstituts. Vor allem aber komme es auf den Willen an, kulturell aktiv zu werden und die Kultur des Landes präsent zu machen.

Guten Tag, lieber Feind

Guten Tag, lieber Feind

Zu den weiteren deutschsprachigen Besuchern gehörten Katharina Raabe, der Autor und „Woody Allan der deutschen Comic-Literatur“ MaWil (Markus Witzel), der meh­rere Work­shops veranstaltete, sowie die Lyrikerin Ulrike Almut Sandig, aus Österreich der Schriftsteller Christoph Bauer und der Historiker Alois Nussbaumer. Un­übersehbar war ziemlich am Anfang des Rundgangs der Stand der Mün­che­ner Internationalen Jugend­bibliothek, die mit einem Großplakat aus dem bekannten Buch von Gudrun Pause­wang und Inge Steineke „Guten Tag, lieber Feind“, Köln 1986 u.ö. auf sich aufmerksam machte. Ge­genläufig zu manchmal vernehmbaren anderen Anleitungen aus ukrainischen Schulen wurden hier von Mitarbeiterinnen der Inter­nationalen Jugendbibliothek München, die von Christiane Raabe – auch sie eine Tochter des berühmten Marbacher Biblio­thekars – geleitet wird, mit sechzig Buch-Beispielen der friedens­förderende Beitrag von Kind­er­büchern gezeigt: Tanja Leuthe und Sophia Heissbauer leiteten unter der Losung „Illustrierte Kinderbücher für Frieden und Mensch­lichkeit“ hierzu an. Vor allem die deutschen Impuls­geber der Veran­staltung unter­stützte wie­der das Goethe-Institut.

Anläßlich der Kriegs-Situation im Donbass referierten Karl Schlögel und der aus Japan stammende amerikanische Sowjetologe Hiroaki Kuro­miya. Ersterer ist unter anderem für seine umfangreiche Darstellung zum russischen Terror von 1937 bekannt, letzterer hat 1992 eine Dissertation über Freiheit und Terror im Donbas von 1870-in 1990er Jahre veröffentlicht, die 2003 bei Osnovy bereits auf Ukrainisch er­schien und vergriffen ist. Das Interesse der Japaner an europäischen Vorgängen und ebenso Denk­bewe­gungen in Philosophie und Theologie hat Tradition, ist schon lange erkennbar auf Kon­fe­renzen und ist auch hinsichtlich Osteuropas nicht neu oder überraschend. Cum grano salis gehört bereits Francis Fukuyama mit seiner Darstellung „Das Ende der Geschichte“ von 1992 hierher. Über den Donbass sind inzwischen einige wissenschaftliche Analysen und Dar­stel­lungen in den letzten beiden Jahren erschienen. Der unermüdliche Schriftsteller, Über­setzer und Blogger Andrij Bondar hat vor wenigen Monaten die um­fangreiche Mono­graphie der polnischen Historikerin Marta Studenna-Skruwka „Ukraiński Donbas“ auf ukrainisch prä­sentiert. Wei­tere Publikationen gibt es aus dem Geschichtsinstitut der Aka­demie der Wissen­schaften bzw. aus dem soziologischen Kuras-Institut. In letzterem erscheint in Kürze eine Studie zur Religiosität im Donbas. Aus­führliche bibliographische Angaben finden sich der Aktualität wegen unten. Praktischer ausgerichtet waren mehre Veranstaltungen vom Pro­jekt „Donbas-Studien“ des Fonds „Izo­ljacija“: Hier ging es die Arbeit von Psychologen, um Geschichte und Eigentümlichkeiten der Region. Im Zusammenhang damit wurden auf dem Festival Bücher für Neubau von Biblio­theken im Donbas und für Rehabilitationszentren gesammelt. „Arsenal guter Taten“ heißt dieses Projekt.

Prof. Schlögel auf dem Rundgang

Prof. Schlögel auf dem Rundgang

Hielt Karl Schlögel im Café Europa seine Vorlesung über die totalitären Hintergründe der „Entscheidung in Kiew“ – so sein jüngster Essayband aus dem Hanser-Verlag – unter dem Titel „Archäologie des Kommunismus – Auswirkungen der ukrainischen Krise für Europa“, so wurden im histori­schen Lektorium Bücher vorge­stellt: Die ukrainische Übersetzung der Monographie über die Ursprünge der slavischen Nationen, welche der ursprünglich aus der Ostukraine stam­mende Serhii Plochii vor Jahren auf Englisch ver­öffentlicht hat. Ebenso ein Buch zur Rolle der Frauen Mittel- und Osteuropas in der Zeit des 2. Weltkrieges, das die Böllstiftung gefördert hat. Auch Antoine Arjakovsky stellte sein im letzten Jahr zunächst französisch er­schienenes Buch „Russland-Ukraine, vom Krieg zum Frieden?“ in ukrainischer Version vor. Aus Belarus war Swetlana Alexejewitsch gekommen, deren Buch Secondhand-Zeit nun auch auf Ukrainisch vorliegt. Eine weitere Diskussionsrunde widmeten sich „Zensur und Selbstzensur in der polnischen Kultur“. Das benachbarte Tschechien war ursprünglich als Gastthema der Veranstaltung gewählt. Daher wurde auch Vaclav Havels gedacht, dessen Gefangenschafts-Briefe an Olha 1983 erschienen waren und die nun endlich auf ukrainisch erschienen. Ebenso war ein Schwerpunkt des Arsenals eine wunderschöne Ausstellung mit tschechischen Buchillustration. Manche werden sich viel­leicht noch an die herausragenden Qualitäten tschechischer Trickfilmer in den Kinderprogrammen des Fernsehens erinnern.

Tobias Voss

Tobias Voss

Um den Blick zu weiten wurden auch andere vergleichbare Veranstaltungen vorgestellt: Tobias Voss präsentierte in Kürze die Frankfurter Buchmesse und deren wichtige Instrumente wie den business club, Halle mit den Literaturagenten und das Rights director meeting. Die sehr spezifische Konstruk­tion einer Interessenvertretung, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels im Vergleich mit den beiden sehr unterschiedlichen Konstruktionen des Kiewer Buch-Arsenals einerseits und des Lemberger Buchforums andererseits ist, wurde nicht thematisiert. Die Perspektive, dass die Ukraine seit langem vermutlich wieder mit einem Gemeinschaftsstand in Frankfurt auftreten werde, wurde sehr begrüßt. Iryna Vi­kyrchak stellte bei anderer Gelegenheit ihr neues „Intermezzo-Short Story Festival“ vor, das vom 22.-24. Mai in Winnyzja stattfinden wird. Eine Reihe von Arsenal-Beiträgen entstammen Projekten. Ukrainische Künstler und Autoren leben wie überall von Projekten und oft auch von Übersetzungen.

Taras Ljutyj

Taras Ljutyj

Zeiten der Krise bedeuten Zeiten intensiven Erlebens und Nachdenkens. Was in der Poesie die Dichter machen, das vollführen im Denken die Philosophen. Ein eigenes Philosophisches und Graphisches Café hatten Studenten der Mohyla-Universität im 1. Stock eingerichtet, in dem mehrere Vorträge statt­fanden. Als pointierende Form des Denkens wurde die Welt der Comics und ihrer Möglichkeiten vorgestellt. Aus Perspektive der Philosophie diskutierte Taras Ljutyj, ein fachkundiger Kenner Nietzsches und immer bemüht, das Unverständliche zu verstehen, im Rahmen des „Pastiche Project“ mit seinen Studenten und Zuhörern engagiert über die Ideologie des Ressentimens in der Kultur. Als eine vorbildliche intellektuelle Institution wurde ferner in diesem Café die bereits 20 Jahre erscheinende russischsprachige Ausgabe der weite Horizonte umfassenden Zeitschrift „Rīgas Laiks“ vorgestellt, zu der früher auch der größte russische Philosoph Alexander Pjatigorskij regelmäßig beitrug. In der Gene­ration der Enkel des großen ukraini­schen Philosophen Myroslav Popovyč (* 1930) wird in der Ukraine also wieder lebendig philosophiert.

Gala-Treppe

Gala-Treppe

Dovženko, Arsenal

Dovženko, Arsenal

Wie bei Filmfestspielen und Gala-Veranstaltungen führte eine eindrucksvoll gestaltete Treppe in das Obergeschoß des Arsenals. Diesem Bild entsprechend gab es auch Musik- und Film- Vorführungen. Eindrucksvoll und beinahe erschlagend wirkte der Filmklassiker „Arsenal“ von 1929 von Oleksandr Dovženko, der unterlegt mit Musik von „Bronnt Industries Kapital“ vom British Council unterstützt am ersten Abend vorgeführt wurde. In der Nacht des Buch-Arsenals am nächsten Tag folgten beginnend mit dem tschechischen Film „Olga“ über Vaclav Havels Frau von Miroslav Janek weitere Film- Musik- und Medienkunst.

Wichtige Anregungen für die Teilnehmer gaben auch zwei parallel laufende philosophische Abschluß­dis­kussionen von Kiewer Philosophen. Hier dachten unter anderen Volodymyr Jer­mo­lenko, Vachtang Kebuladze, Andrij Baumeister, Taras Ljutyj und weitere bekannte ukra­inische Gelehrte unter der Überschrift „Literatur, Politik und das Böse“ darüber nach, ob Texte Menschen umbringen können bzw. allgemein über den Raum zwischen Humanismus und Nihilismus. Auf alle Diskussionsveranstaltungen gab es großen Ansturm, sie waren stets bis auf den letzten Platz mit Zuhörern besetzt, ins­besondere am Wochenende gab es viele Stehende.

Verlage, Buchprogramme und ausgewählte Autoren

Die Stars unter den Verlagen waren wie immer das Tandem des Festivals Meridian Czerno­witz – Verlag Knyhy-XXI aus Czernowitz, A-Ba-Ba-Ha-La-Ma-Ha aus Kiew und der Ver­lag des alten Löwen aus Lemberg. Um ihre Stände versammelten sich Trauben von Men­schen. Insbesondere der Verlag aus Czernowitz glänzte durch Lesungen der ukrai­ni­schen Autoren, bei denen traditionsgemäß von Direktor Svjatoslav Pomerancev das eine oder andere Glas Rotwein gereicht wurde. Außer all den bekannten ukrainischen Autoren, Iryna Karpa, Kateryna Babkina, Serhij Žadan, Jurij Izdryk, Andrij Ljubka, Oleksandr Bojčenko, Andrij Bondar, Dmytro Lazutkin, usw. präsentierte auch der Impulsgeber Igor Po­merancev seinen neuen Essayband „Pozdnij sbor“, Spätlese. Die beiden anderen Verlage nahmen ihre Anfänge als Kinderbuch-Verleger. Dieses Feld erfreut sich eines sehr großen Publikums. Die ukra­inischen Buch­de­signer und Künstler sind sehr experimentier­freudig und kreativ, was von den jungen Eltern und ihren Kindern sehr geschätzt wird. Inzwi­schen erwerben auch europäische Verlage ukrainische Rechte. Gelegentlich werden euro­päische Kinderbücher ins Ukrainische über­setzt: Der Band von Françoise Barbe-Gall „Mit Kindern über Kunst sprechen“ fand auf dem Arsenal großen Anklang. In­zwischen haben beide Kinderbuch-Verlage ihr Angebot durch ein immer stärker werdendes Literatur­pro­gramm ergänzt, das die Kinder­bücher und etwas weni­ger zahl­reichen Jugendbücher überholt hat. Ein vierter sehr wichtiger Literatur­verleger ist der im ost­ukrainischen Charkiw sitzende Verlag Folio, in dem die meisten Bücher der im deutsch­sprachigen Raum durch Über­setzun­gen bekannten ukraini­schen Autoren er­scheinen: Kurkov, Žadan, Vynnyčuk usw. Er­wähnt sei an dieser Stelle, dass viele der ver­legten Bücher in Charkiw in einer Druckerei gedruckt werden.

MaWil vor dem Verlag des alten Löwen

MaWil vor dem Verlag des alten Löwen

Seit den aufwühlenden Ereignissen des Euromajdan ist inzwischen gut die gleiche Zahl von Büchern und Zeitschriften-Sonder-Nummern zur jüngsten ukrainischen Gegenwart er­schie­nen wie damals Menschen auf dem Majdan zu Tode kamen. Eine eigene ukrainische Wikipedia-Seite versammelt die Titel sortiert nach Genren. Einer der ersten und wichtigsten Bände ist der von einem der „Stars“, Antin Muchars’kyj, herausgegebene Aufsatzband „Majdan. R(e)­volucja duchu”, Kyjiw 2014. Muchars’kyj ist wie viele andere ukrainische Künstler ein Multitalent und unter dem Namen Orest Ljutyj als Sänger bekannt, der sowjetische Musik ironisierend dar­bietet. Einige Monate vor dem Majdan hatte er einen aufschlußreichen und polemisch-amüsierenden Band „Žlobolohija“ publiziert, der in Bild und Text postsowjetische „Möchte­gernwers“ aus der Unterklasse porträtiert. Aufsätze von Jaroslav Hrycak und Taras Ljutyj leiten einen Bildband „#Euromaidan. History in the making“ des Verlages Osnovy ein. Hrycaks Text war vorab in gekürzter Form sogleich in den Ukraine-Nachrichten auf Deutsch erschienen. Zu den Kirchen, die wichtige Akteure für die „acting metaphors“ oder „Narrative“ ins Feld führten, geben die beiden Bände „Majdan i Cerkva“ sowie der von Vater und Tochter Dymyd herausgegebene Band „Kaminn­ja Majdanu“ Einsichten. Umstritten ist das Majdan-Buch von Sonja Koškina, die wie immer über zahlreiche Insider-Informationen zu verfügen scheint. Auch Katharina Raabe, Herausgeberin mehrerer deutscher Majdan-Anthologien stellte interviewt von Kateryna Mishchenko, ebenfalls Majdan-Autorin, ihre neuesten Bände vor. Das Feld der Tex­te ist offen und wird weiter ausgebaut werden. In Kürze erscheinen in Kiew bei „Duch i Litera“ die Tage­buch­auf­zeich­nungen des Dichters Boris Chersonskij, der aus seiner Per­spektive in Odessa die Vorgänge seit dem Oktober 2013 beschreibt. Dies ist eine Er­gänzung zu Andrej Kurkovs Majdan-Tagebüchern, die nun verändert, leicht anonym­isiert und fortgeführt, auf Russisch in Charkiv bei „Folio“ erschienen.

Charakteristisch für den gegenwärtigen ukrainischen Buchmarkt sind Übersetzungen einer Reihe klassischer literarischer Werke, die als ferner Spiegel für die abstruse Situation des Krieges dienen. Bereits 2014 erschienen Ernst Jüngers Stahlgewitter in Jurko Prochaskos Übersetzung. In diesem Jahren kamen und kommen beispielsweise hinzu: Arno Schmidt, Le­viathan; Patrik Ourednik, Euro­peana; Joseph Heller, Catch 22.

Vielleicht kann man das kulturelle Geschehen kurz so zusammenfassen: Es gibt einen per­manenten Wandel zwischen expliziter Diskussion von Werten und gelebten implizit vor­handenen Wahrheiten und Werten. Und gleichzeitig verändern sich beide Felder miteinander.

Ein Hauch von Trauer umwebte die jüngsten Veröffentlichungen der in den letzten Monaten viel zu früh verstorbenen und in der Ukraine ebenso bekannten wie beliebten Autoren Oleh Lyšeha und Kuz’ma Skrjabin. Ihre Bände erschienen bei A-Ba-Ba-Ha-La-Ma-Ha bzw. Folio. Dem Andenken Olehs wurde ein eigener Abend gewidmet.

Igor Pomerancev - Knyhy XXI und Meridian Czernowitz stehen stark für Lyrik

Igor Pomerancev – Knyhy XXI und Meridian Czernowitz stehen stark für Lyrik

Ukrainer sind viel emotionaler als Deutsche und leben die Gefühle auch aus. Sprache ver­leihen hierfür einerseits tradierte Lieder, andererseits Gedichte. Auch die Liebe zum Jazz unter Ukrainern erklärt sich übrigens hieraus. Gedichtbände sind überall präsent, Dichter­lesungen finden ein zahlreiches – auch junges – Publikum. Von den jüngsten Büchern seien erwähnt der vorletzten Monat erschienene Band von Serhij Žadan „Žyttja Mariï“, Leben Marias, ein Zyklus, der regelmäßig auf der Facebook-Seite des Autors zu lesen war. Gleich zwei Gedichtbände hat dieses Jahr der bereits erwähnte Boris Chersonskij bei „Folio“ vorgelegt. Weitere Gedichtbände werden sicher spätestens zum Lemberger Buch­forum im September auch von anderen Autorinnen und Autoren folgen. Bislang sind Texte, etwa von Halyna Kruk, Marjana Kyjanovs’ka, nur auf den Seiten von Facebook oder eigenen Blogs zu lesen. Lyrik blüht in Zeiten der Krise.

Iryna Slavins'ka

Iryna Slavins’ka

Ein wunderbarer Einfall wurde in gleich zwei Verlagen auf den Weg gebracht: Will der west­liche Leser Einblicke in das Alltagsleben und die künstlerische oder intellek­tuelle Welt der Ukraine gewinnen, so legt sich ein biographischer Zugang nahe. Seit Jahren interviewt bereits die charmante und intelligente Feuilletonisten von Pravda.com.ua, Elle-Kolum­nistin und Ku­ra­torin des ukrainischen Literaturprogramms des Bucharsenals Iryna Slavins’ka interessan­te Menschen. Geschult in französischen Esprit entlockt sie ihren Inter­viewpartnern kluge Ant­worten und Geistesblitze. In rascher Abfolge hat sie dieses Jahr in einem jungen Kiewer Verlag bislang gleich zwei Inter­viewbände ver­öffentlicht. Die Inter­views starten mit dem selbsternannten „Patriarchen“ des ukrainischen Literaturlebens und Gründungsmitglied der gerade am 17. April 30 Jahre alt gewordenen und auch im Arsenal eigens mit einem Abend gefeierten Schriftstellergruppe „BuBaBu“ Jurij Andruchowytsch und umfassen weitere be­kannte Personen wie etwa die Juristin Myroslava Gongadze, die Sänge­rin Marjana Sadovs’ka, die Verlegerin Marjana Savka, den Schriftsteller Igor Pomerancev, den vielseitigen Politik­analytiker und Journa­listen Mykola Riabtschuk, den Autor Serhij Žadan. Da viele gute engagierte und tatkräftige Frauen in der Ukraine wirken, war es einfach, die Hälfte der Bände jeweils mit ihren Texten zu füllen. Ihre eigenen Fragen hat Slavinska aus den Texten getilgt, so dass die „Geschichten talentierter Leute“ sich noch flüssiger lesen. Ein paralleles Buch-Projekt erwuchs aus Inter­views, die auf der neuen Blog-Seite www.theukrainians.org seit über einem Jahr erscheinen. Der im Verlag des alten Löwen erschienene Band „The ukrainians“ ver­steht sich als ein erster Band und verfolgt die Bio­graphien unter der Perspektive ge­glückten bzw. erfolgreichen Lebens. Wer immer also einen kleinen Einblick in die Geistes­geschichte der Ukraine der letzten zehn bis zwanzig Jahre gewinnen möch­te und mit ukra­ini­schen Texten zurecht kommt, dem seien diese Bände wärmstens zur Lektüre empfohlen. Am besten gemeinsam mit der von Irena Karpa herausgegebenen Anthologie „Volontery“, Freiwillige. Gleich­wohl bleibt auch bei denen, die sich länger und intensiver mit den Diskussionen in der Ukraine befassen, der Eindruck, doch nur Bruchteile des Geisteslebens des Landes zu er­fassen. Dies vor allem, wenn man die sich ständig wandelnde und ausufernde Medien­land­schaft anschaut. Zu den maßgeblichen gedruckten Zeit­schriften, die man regel­mäßig durch­schauen müßte, um am Puls zu bleiben, zählen in letzter Zeit etwa Krytyka, Ščo, Tizhden, Kraïna, Universum, Dzer­kalo Tyžnja, LB, Ukraïns’­kyj humanitarnyj ohljad, Ukraïna Moder­na, um nur einige zu nennen. Man müßte Zeit haben. Und: man müßte Ukrainisch können, wie Karl Schlögel sagte.

Laurus-Verlag

Laurus-Verlag

Ein wichtiger Teil des Ukrainischen Geistesleben ist stets die Historiographie gewesen. In Zeiten der Manipulationen der Nachrichtenwelt behält die Geschichtsschreibung weiter ihre große Bedeutung. Zu den alteingesessenen Verlagen wie beispielsweise „Naukova Dumka“ – im Arsenal üblicherweise nicht vertreten – oder jüngeren wie „Duch i Litera“, die übrigens auch die Bücher und Zeitschriften des „Instytut Judaïky“ verlegen, oder vor allem „Krytyka“ sind weitere Verlage hinzuge­kommen, die sich mehr oder weniger mit historischen Themen darstellen. Zu nennen wären etwa der Verlag „Laurus“ aus Kiew, „Nika-Centr“ aus Charkiw, und vor allem „Tempora“ aus Kiew. Zwei Bände seien stellvertretend als interes­sante Hin­weise genannt: Der aus Kiew stammende und seit einigen Jahren mit der englischen Hrushevsky-Ausgabe befaßte Serhij Plochij hat bei Krytyka jüngst seine Monographie „Die Anfänge der slavischen Nationen“ auf Ukrainisch vorgelegt. Ein wichtiger, gewissermaßen paradoxer Diskussionsbeitrag ist die ukrainische Übersetzung der Historikerin Anna Veronika Wendland, die in letzter Zeit durch treffliche Polemiken von sich hören macht. Ihre 2001 veröffentlichte Dissertation „Die Russo­philen in Galizien“ gibt es seit kurzem beim Lem­berger Verlag „Litopys“, der unter anderem eine großangelegte Enzyklopedie von L’viv her­ausgibt – dieses Jahr erscheint der 5. Band.

Volodymyr Jermolenko

Volodymyr Jermolenko

Von den Neu-Erscheinungen aus der Philosophie sei der Band von Volodymyr Jermolenko er­wähnt, „Daleki blizky“, also ferne Nahe, L’viv (VSL) 2015. In zwölf Essays nähert sich der von seiner äußeren Erscheinung her an manche französische Meisterdenker erinnernde Philosoph vor allem Franzo­sen, beginnend bei dem menschenscheuen Rousseau. Jermolenko gehört zu einer klei­ne­ren Gruppe ukrainischer frankophiler Philosophen und Autoren und ist neben dem Verlags­besitzer und unermüdlich als Verleger und im Hintergrund ukrainischen Geistes- und Politik­lebens wirkenden Konstantin Sigov derjenige, der intensiv und engagiert franzö­sische Kultur in den ukrainischen Raum vermittelt. Außerdem ist er sehr stark in Europa­fragen und mit Europa­seminaren in der Ukraine befaßt. Jermolenkos erste Veröffent­lichung nach der Disser­ta­tion und einer vorangehenden Übersetzung von Hans Jonas „Prinzip Verantwortung“ galt Walter Benjamin und seinem Berliner und Pariser Umfeld. Der jüngste Titel macht ein­ladend und furchtsame respektvolle Distanz abbauend darauf aufmerksam, wie sehr die­jenigen, die uns zeitlich oder menschlich fern sind, doch zugleich unsere Nächsten sind oder sein können. Dies ist eine Anwendung von Ideen des französischen Philosophen Emmanuel Levinas, zu dem es wiederum eine Monographie bei „Duch i Litera“ gibt: „Die Philosophie des Anderen“. In dem reichen Verlagsprogramm des genannten Verlages euro­päischen Zu­schnitts gibt es bereits seit langem die erfolgreiche ukrainische Übersetzung des „Euro­päischen Wörterbuchs der Philo­sophie“.

In dem Saal der Kleinverlage fand sich versteckt zwischen vielen Bildbänden, wissen­schaft­lichen Ver­öffentlichungen und Kinderbüchern beim Verlag Medusa die unscheinbar gebun­de­ne „Reflexive Anthropologie“ der Soziologen Pierre Bourdieu und Loic Wacquant in der Übersetzung von Anastasija Rjab­tschuk. Auf einige der „feinen Unter­schiede“ des gegen­wärtigen ukra­inischen Geistes­lebens sollte mit den vorangehenden Zeilen hingewiesen wer­den.

Zusammenfassung

Am Eingang in den Gebäude-Zirkel der Arsenal-Räume stand bei einer der letzten Veran­staltungen Anfang März, bei der Skulp­turen-Ausstellung, das Klavier, das als erstes Instru­ment auf dem Majdan zur Begleitung von Spott-Gesang aufgestellt war und ein Opfer des Feuers bei den Polizeiübergriffen wurde. Halb verkokelt war es eine wirkungs­volle Inszenie­rung und Erinnerung an die Geschehnisse von 2013/14. Wie lebendig die Kunstszene weiter­hin ist, kann in Kiew immer wieder bei unterschiedlichen Ausstellungen und Treffen in den den wunderschönen Räumen des umgewidmeten Arsenal erlebt werden, jüngst auf dem V. Kiewer Buch-Arsenal, zu dem sich wirklich alle Autoren der Ukraine ein­gefunden hatten. Nicht gesehen wurden nur weiter entfernt lebende Autoren wie beispiels­weise Oles Ilchenko, Vasyl’ Mach­no, Tanja Maljarchuk, Jaroslav Mel’nyk, oder auch Katja Petrowskaja, deren Roman „Vielleicht Esther“ von 2014 sogleich von Jurko Prochasko ins Ukrainische übersetzt wurde. So kann man der ukrainischen Gesellschaft insgesamt jetzt nur weiterhin wünschen: Leget an die Waffen des Geistes.

Majdan-Klavier

Bibliographie

Euromajdan

Für die umfangreiche Literatur zum Euromajdan verweise ich summarisch auf den ukraini­schen Wikipedia-Artikel „Übersicht über die Bücher zum Euromajdan“ (spysok knyh pro Jevromajdan), http://uk.wikipedia.org/wiki/%D0%A1%D0%BF%D0%B8%D1%81%D0%BE%D0%BA_%D0%BA%D0%BD%D0%B8%D0%B3_%D0%BF%D1%80%D0%BE_%D0%84%D0%B2%D1%80%D0%BE%D0%BC%D0%B0%D0%B9%D0%B4%D0%B0%D0%BD

sowie auf meine ergänzende Bibliographie im Anhang zur Übersetzung des Textes von Jewhenija Nesterowytsch, Die Literatur des Jahres 2014: Ergebnisse und Einschätzungen, http://ukraine-nachrichten.de/literatur-jahres-2014-ergebnisse-einschätzungen_4175_gesellschaft

Antin Muchars’kyj, Žlobolohija. Kyïv (NashFormat) 2013.

Serhij Leščenko, Mežyhirs’kyj syndrom. Kyīv (Brajt buks) 2014.

Antoine Arjakovsky, Russie-Ukraine. De la guerre à la paix? Paris u. a. 2014 = engl. u. ukr. (Vivat) 2015.

Literatur

Oleksandr Bojčenko, Bil’š-menš. Černivci (Knyhy-XXI) 2015.

Serhij Žadan, Zyttja Mariï. Černivci (Meridian Czernowitz) 2015.

Taras Prokopysyn/Volodymyr Behlov/Inna Bereznic’ka (Hg.), the ukrainians. Istorii uspichu. 20 interv’ju pro uspich, iniciativu ta vidpovidal’nist’. L’viv (VSL) 2015.

Iryna Slavyns’ka, Istorii talanovytych ljudej. 2 Bde. Kyïv (Brajt buks) 2015.

Boris Chersonskij, Kosmosnash. Černivci (Meridian Czernowitz). 2015.

Ders., Kaby ne raduga. Charkiv (Folio) 2015.

Irena Karpa (Hg.), Volontery. Mobilizacija dobra. Charkiv (Klub simejnoho dozvillja) 2015.

Istorija ukraïns’koï Literatury. 12 Bde. Kyïv (Naukova Dumka) 2014 ff. (bisher 3 erschienen)

Übersetzungs-Literatur

Ernst Jünger, In den Stahlgewittern. Übers. Jurko Prochasko. Černivci (Knyhy-XXI) 2014.

Patrik Ourednik, Europeana. Prag 2001 = dt. Europeana. Eine kurze Geschichte Europas im zwanzigsten Jahrhundert. Wien 2003 = ukr. Lv’iv (VSL) 2015.

Martin Pollack, Kontaminierte Landschaften. St. Pölten-Wien (Residenz) 2014 = ukr. Černivci (Knyhy-XXI) 2015.

Arno Schmidt, Leviathan. Reinbek 1949 = ukr. Černivci (Knyhy-XXI) 2015.

Transit 45/2014: Maidan: Die unerwartete Revolution. Mit Beiträgen von Tatiana Zhurzhenko, Timothy Snyder, Kateryna Mishchenko und Mykola Riabchuk

Kateryna Mishchenko, Ukrainian Night/Ukrainische Nacht. Leipzig (Spector books) 2015. (angekündigt)

Katharina Raabe/Manfred Sapper (Hg.), Testfall Ukraine: Europa und seine Werte. Mit einem Fotoessay von Yevgenia Belorusets. Berlin (Suhrkamp) 2015.

Dies., Gefährdete Nachbarschaften. Göttingen (Wallstein) 2015 (Valerio. Das Magazin der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung; Bd. 17/2015).

Philosophie

Jevropejs’kyj Slovnyk Filosofiï. 3 Bde. Kyïv (DiL) 2009-2013 (urspr.: Barbara Cassin, Vocabulaire Européen de Philosophies. 3 Bde. Paris, Seuil 2004).

Volodymyr Jermolenko, Daleki blyz’ki. L’viv (VSL) 2015.

Taras Ljutyj, Rozumnist nerozumnoho [Verstehbarkeit des Unverstehbaren]. Kyïv (Parapan) 2007.

Anna Jampol’skaja, Emmanjuel Levinas. Kiev (DiL) 2011.

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Autor/Fotos: Christian Weise

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